"Unter dem Vulkan"
Einen Sternenhimmel bringt Markus Furrer in die Gewölbe des Kunstkellers Bern. Ein Funkenregen hat die virtuellen Sterne eines Feuerwerks in Papierbahnen gezeichnet, der Titel ‹47.14305126652002/7.253004312515259›, 2012, nennt die geografischen Koordinaten des Orts, an dem die Arbeit entstand. Das Exakte und das Spielerische begegnen sich. Das Profane, in diesem Fall sogar das Zufällige, schafft einen Eindruck von Grösse und Bedeutung, der sich wiederum hinterfragenlässt. Von dieser Wechselwirkung zwischen der Einfachheit der Mittel und der Vielschichtigkeit der darin anklingenden Ideen lebt das Werk des Bieler Künstlers. Mit einem durch eine Art Zapfen gekrönten Metallpflock, von dem zwei Metallarme ausgehen, schafft er einen Garten. Denn das Objekt ‹Garten›, 2010, erinnert an den Eckpfosten eines Gartenzaunes wie auch an einen vereinfacht dargestellten Baum. Alles Weitere – über den Zaun wippende Zweige, tschilpende Vögel, frisches Rasengrün – stellt sich in der Vorstellung wie von selbst ein. Furrers Kunst ist eine Kunst der Andeutungen, die auf ebenso intelligente wie zurückhaltende Art Ansichten öffnet. So auch die aus Bleizinn gegossene und sich um sich selbst drehende Hand des Künstlers. (Alice Henkes)

Markus Furrer · 47.14305126652002/7.253004312515259, 2012, Papier mit Brandspuren